Die luzon Breitzahnratte

Die Luzón-Breitzahnratte (Abditomys latidens) ist ein kaum bekanntes Nagetier, das auf der zu den Philippinen gehörenden Insel Luzón endemisch zu sein scheint.

Bisher wurden nur zwei Individuen dieser extrem seltenen Maus gefunden: eins am Mount Data im Norden der Insel, ein weiteres bei Los Baños im Süden. Beide stammen aus sehr unterschiedlichen Habitaten: das erstere aus einem dichten Bergregenwald, das letztere aus einem Reisfeld im Flachland. Aus dem langen Schwanz und den scharfen Krallen schließt man, dass die Breitzahnratte ein Baumtier ist. Möglicherweise lebt sie wie die morphologisch ähnliche Sody-Baumratte (Kadarsanomys sodyi) in Bambusdickichten.

Die Luzón-Breitzahnratte hat eine Kopfrumpflänge von 22 cm, hinzu kommen 26 cm Schwanz. Das raue Fell ist oberseits braun und unterseits gelblich. Das besondere Merkmal, das die Luzón-Breitzahnratte von den meisten anderen Mäusen unterscheidet, ist, dass jeweils eine Zehe eines jeden Beins statt einer Kralle einen Nagel trägt.

Colin Campbell Sanborn, der 1952 die damals neu entdeckte Tierart beschrieb, ordnete die Breitzahnratte noch bei den Echten Ratten ein. Das zweite Exemplar wurde 1973 gefunden. 1992 veröffentlichten Musser und Heaney die Ergebnisse einer detaillierten Analyse der Exemplare. Demzufolge ist die Mearns- Luzónratte (Tryphomys adustus) die nächste Verwandte der Luzón-Breitzahnratte, und beide haben keine nähere Verwandtschaft zu anderen auf den Philippinen heimischen Mäusen. Die morphologische Ähnlichkeit zur Sody-Baumratte beruht wahrscheinlich auf konvergenter Evolution.
[Enzyklopädie: Luzón-Breitzahnratte. DB Sonderband: Wikipedia 2005/2006, S. 505618]

Die laotische Felsenratte

Die Laotische Felsenratte (Laonastes aenigmamus, laotisch kha-nyou) ist ein ca. 40 cm langes Nagetier aus Khammouan, einer Provinz aus Laos. Diese Art wurde zum ersten Mal am 18. April 2005 von Paulina D. Jenkins u.a. beschrieben, die sie als so verschieden von allen anderen Nagetierarten betrachten, dass sie eine neue Familie kreierten: die Laonastidae. Die Tiere ähneln großen dunklen Ratten mit einem haarigen dicken Schwanz. Ihre Schädel unterscheiden sich von denen anderer Säugetiere.

Die kleine Bambusratte

Die Kleine Bambusratte (Cannomys badius) ist ein grabendes Nagetier aus der Familie der Wurzelratten. Sie ist vom Himalaya über Bangladesch, Myanmar, Thailand, Laos bis ins nördliche Vietnam verbreitet.

Mit einer Kopfrumpflänge von 15 bis 25 cm ist sie deutlich kleiner als die “echten” Bambusratten. Hinzu kommt ein 6 bis 7 cm langer Schwanz. In der Gestalt ähnelt die Kleine Bambusratte einer Taschenratte, ihr fehlen aber die Backentaschen. Das dichte Fell ist grau, hellbraun oder rotbraun gefärbt.

Die Gänge werden sowohl unter Grasland als auch im Waldboden angelegt. Sie reichen sehr tief und werden unter Zuhilfenahme von Klauen und Zähnen ausgehoben. Nachts verlässt die Kleine Bambusratte manchmal den Bau, um auf Nahrungssuche zu gehen. Gefressen werden vor allem Wurzeln und Triebe, aber auch alle anderen Pflanzenteile – keineswegs aber nur Bambus, wie der Name vermuten lassen könnte.

Kleine Bambusratten sollen in Teeplantagen Schaden anrichten können, sind aber nicht häufig genug, um hier eine ernsthafte Bedrohung darzustellen. In Myanmar werden sie von manchen Bergvölkern gegessen.

Die kanarische Riesenratte

Die Kanarische Riesenratte (Canariomys tamarani) war ein großes endemisches Nagetier der Kanaren-Insel Gran Canaria. An verschiedenen Stellen im Zentrum der Insel wurden fossile Überreste des Tieres gefunden, die jüngsten datieren von der Zeitenwende. Die Riesenratte erreichte eine Kopfrumpflänge von 25 cm, war also etwa so groß wie eine Wanderratte, so dass die Benennung als “Riesenratte” übertrieben scheint. Es wird angenommen, dass das Auftauchen der Menschen und vor allem die Einschleppung von Hauskatzen die Ausrottung der Riesenratte herbeiführten.

Neben der Riesenratte ist eine weitere Art, Canariomys bravoi, fossil von der Insel Teneriffa bekannt. Ihre Überreste sind jedoch älter und entstammen dem Pliozän und Pleistozän, so dass sie deutlich vor der menschlichen Besiedlung der Kanaren gelebt haben muss.

Anhand einiger Übereinstimmungen in den Merkmalen des Gebisses wird eine Verwandtschaft der Kanarischen Riesenratte mit den Kusuratten angenommen.

Kaffeeratten – alles über die Kaffeeratte

Die Kaffeeratte (Golunda ellioti) ist ein in Südasien verbreitetes Nagetier, das einst ein gefürchteter Kaffeeschädling war.

Die Kopfrumpflänge beträgt 11 bis 15 cm, hinzu kommen 9 bis 13 cm Schwanz. Das Fell ist in seiner Färbung sehr variabel. Es gibt graue, braune, gelbbraune und rotbraune Exemplare. Auch die Beschaffenheit des Fells ist regional sehr verschieden; bei manchen Kaffeeratten ist es relativ weich, bei anderen borstig und beinahe stachelig. Im Körperbau ist die Kaffeeratte gedrungen und ähnelt einer Wühlmaus.

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom äußersten Osten des Iran über Pakistan nach Indien und umfasst auch Nepal und Sri Lanka. Hier leben Kaffeeratten in sehr unterschiedlichen Habitaten wie Grassteppen, Sümpfen und Regenwäldern, aber auch an Rändern von Feldern und Plantagen. Obwohl sie klettern können, halten sie sich meistens am Erdboden auf.

Kaffeeratten vermehren sich besonders dort, wo Kaffee angebaut wird. Sie fressen die Knospen und Blüten der Kaffepflanzen. Als am Ende des 17. Jahrhunderts auf Sri Lanka die ersten Kaffeeplantagen entstanden, wurden bald ganze Ernten durch diese Nagetiere vernichtet. Seit der Kaffeeanbau in Sri Lanka aufgegeben wurde, hat auch wieder die Zahl der Kaffeeratten abgenommen. In Indien gilt die Kaffeeratte nach wie vor als Kaffeeschädling, scheint aber keine derartige Massenvermehrung zu erfahren wie einst auf Sri Lanka.

Die Isarog Spitzmausratte

Die Isarog-Spitzmausratte (Archboldomys luzonensis) ist ein auf den Philippinen verbreitetes Nagetier. Sie lebt ausschließlich im Bergregenwald am Isarog, einem Vulkan im Südosten der Insel Luzon.

Der Nagetierspezialist Guy Musser beschrieb dieses Tier erstmals 1982 und benannte es nach Richard Archbold, einem 1976 verstorbenen Förderer zoologischer Expeditionen, dessen Stiftung auch Mussers Philippinen-Reise organisiert hatte. Der Holotyp war ein Tier mit einer Kopfrumpflänge von 7 cm und einem ebenso langen Schwanz. Die Oberseite ist dunkelbraun, die Unterseite dunkelgrau. In der Gestalt ähnelt dieses Tier den echten Spitzmausratten (Crunomys), hat aber dichteres Fell und verlängerte Krallen an den Vorderbeinen.

Nach der Erstbeschreibung dauerte es fast zwanzig Jahre, bis die Isarog-Spitzmausratte wiedergefunden wurde. Inzwischen konnte festgestellt werden, dass sie in einer Höhe zwischen 1350 und 1750 m sogar relativ häufig ist. Wegen ihres extrem kleinen Verbreitungsgebiets wird sie von der IUCN dennoch als bedroht eingestuft. Sie ist offensichtlich ein tagaktiver Bewohner des Waldbodens, der sich von Regenwürmern und Insekten ernährt.

1. Palanan-Spitzmausratte

1998 wurde eine weitere Art der Gattung Archboldomys beschrieben und als Palanan-Spitzmausratte (Archboldomys musseri) benannt. Dieses nach Guy Musser benannte Tier ist nur vom Mount Cetaceo auf Luzon bekannt, und bisher wurden erst zwei Exemplare gefunden.

Hausratten – alles über die Hausratte

Die Hausratte (Rattus rattus), auch Dachratte genannt, ist ein zur Unterfamilie der echten Mäuse (Murinae) zählendes Nagetier (Rodentia).

Die Hausratte ist auch als Schiffsratte bekannt, sie wurde durch den Transport auf Schiffen weltweit verbreitet. Sie kam ursprünglich als Bewohner von wärmeren Felslandschaften in Süd- und Ostasien vor, passte sich als Kulturfolger dem Leben des Menschen an und wurde durch ihn in alle Welt verbracht. Besonders auf kleineren pazifischen Inseln mit einem fragilen Ökosystem verdrängte sie nicht nur die einheimische pazifische Ratte (Rattus exulans), sondern rottete auch zahlreiche einheimische Arten, besonders flugunfähige Vögel aus. Als ihre ursprüngliche Heimat gilt Südindien, von hier gelangte sie durch den bronzezeitlichen Handel nach Persien und dem Zweistromland. Aus Tell Isan Bahriyat (Iran) liegen Nachweise von Rattus rattus aus der Zeit um 1500 v. Chr. vor. Aus dem Zweistromland gelangte sie nach Ägypten und ins östliche Mittelmeer.

Die Verbreitung auf dem afrikanischen und dem europäischen Kontinent erfolgte wahrscheinlich in einer zweiten Ausbreitungswelle mit dem Gewürzhandel über Schiffe der römischen Kaiserzeit. Der älteste Nachweis der Hausratte in Deutschland stammt aus Ladenburg bei Mannheim, aus dem 2. Jahrhundert. Bei Grabungen nach der Stadt Haithabu wurde das Vorkommen der Hausratte um 1050 bestätigt, von wo sie sich weiter mit den Schiffen der Wikinger und später der Hanse verbreiten konnte. In Europa ist die Zahl der Hausratten stark rückgängig. Als ein Grund wird gesehen, dass die Hausratte durch die Wanderratte mehr und mehr verdrängt wird, da diese im heutigen Umfeld konkurrenzstärker ist. Große Populationen der Hausratte kommen nur noch in den Mittelmeerländern vor.

Frühe Berichte über mittelbar durch Ratten ausgelöste Pestepedemien, beispielsweise die durch Thukydides beschriebene Pest in Athen werden als indirekter Beweis für die Anwesenheit von Hausratten genutzt.

Nach Großbritannien gelangte die Hausratte vielleicht schon mit den Römern, hier wird eine Pest-Epidemie in Londinum/London im 2. Jahrhundert n. Chr. als Beleg angeführt. Die ältesten Knochenfunde stammen jedoch erst aus einem Brunnen des 4. oder 5. Jahrhunderts aus Skeldergate, York. Manche Forscher nehmen an, dass die Ratte im Frühmittelalter wieder ausstarb (schlechtere Lebensbedingungen durch das Ende städtischer Siedlungen und der Klimaverschlechterung im 7. Jahrhundert) und erst mit heimkehrenden Kreuzrittern wieder eingeführt wurde.

Größe und Gewicht

Die Hausratte hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 16 bis 24 cm, eine Schwanzlänge von 18 bis 25, der Schwanz weist 200 bis 260 Ringe auf, das Gewicht beträgt ca. 200 bis 400 g.

Die Hausratte ist nicht der Vorfahre der Farbratte, die als Versuchstier oder als Haustier gehalten und gezüchtet wird, der Vorfahre dieser Ratten ist die Wanderratte (Rattus norvegicus).

Verhalten

Die Hausratte ist nur in kälteren Regionen an menschliche Siedlungen gebunden, wo sie bevorzugt in trockenen Wohn- und Vorratsgebäuden, aber auch in Kellern und Ställen lebt. Im Freiland sucht sie sich sehr unterschiedliche Schlupfwinkel und baut dort ihr Nest. Als soziales Tier lebt sie in Gruppen, die fünfzig und mehr Individuen umfassen können. Die Fortpflanzung findet unter günstigen Bedingungen ganzjährig statt und die Tragzeit beträgt 21 bis 23 Tage. Pro Wurf werden ca. acht blinde und nackte Jungen geboren, die nach sechs Wochen selbständig werden und später die Geschlechtsreife im Alter von ca. sechs Monaten erreichen.

In den vergangenen Jahrhunderten wurden ab und an auch Rattenkönige gefunden. Das sind zu einem Rattenhaufen zusammengewachsene Hausratten.

Im Chinesischen Kalender symbolisiert die Ratte als Tierkreiszeichen Fleiß, die Fähigkeit trotz Verfolgung und widriger Umstände zu überleben, Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit.

Schadwirkung

Die wenig spezialisierten und somit sehr anpassungsfähigen freilebenden Tiere gelten gemeinhin als Nahrungsmittelschädlinge.

Die Hausratte als Krankheitsüberträger

Dadurch, dass der Rattenfloh Xenopsylla cheopsis auch die Hausratte als Wirt parasitiert, wird der Erreger der Pest, das Bakterium Yersinia (Pasteurella) pestis auch von ihr und durch sie verbreitet. Diese Bedeutung in Bezug auf die Seuche erlangt sie dadurch, dass der Rattenfloh von erkrankten Ratten auf den Menschen überwechselt und umgekehrt. Weiterhin kommen freilebende Hausratten auch als mechanische Vektoren für die verschiedensten Krankheitserreger in Betracht.

Die Hausratte als Erregerwirt

Freilebende Hausratten sind neben anderen kleinen Nagern ebenfalls Reservoirwirte für diverse Borrelienarten (Bakterien), die dann von Vektoren wie z.B. auch schon in Vorgärten vorkommenden Zecken auf Tier und Mensch übertragen werden können.

Die graue Zwergbeutelratte

Die Graue Zwergbeutelratte (Tlacuatzin canescens) ist eine Säugetierart aus der Familie der Beutelratten (Didelphidae).

Wie der Name schon andeutet, ist sie durch ihr graues oder graubraunes Fell gekennzeichnet, wobei die Unterseite heller, nahezu gelblich ist. Auffällig sind die großen, unbehaarten Ohren. Der Schwanz, der ebenso lang wie der Körper wird, kann als Greifschwanz verwendet werden. Diese Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 10 bis 18 Zentimetern und eine Schwanzlänge von 11 bis 17 Zentimetern. Ihr Gewicht beträgt 40 bis 60 Gramm.

Die Graue Zwergbeutelratte ist in Mexiko endemisch, wo sie an der Pazifikküste und auf der Halbinsel Yucatán vorkommt. Ihr Lebensraum sind vorwiegend tropische Wälder, sie kommt aber auch in Plantagen vor. Sie ist ein nachtaktiver Einzelgänger, der mehr am Boden lebt als andere kleine Beutelrattenarten. Sie ist ein Allesfresser, der sich von Insekten, kleinen Wirbeltieren und Früchten ernährt.

Zunächst wurde die Art in der Gattung der Zwergbeutelratten (Marmosa) eingeordnet, deutliche Unterschiede im Bau des Schädels und der Zähne sowie in der Chromosomenzahl haben dazu geführt, dass Robert S. Voss 2003 die neue Gattung Tlacuatzin für die Art errichtete. Der Gattungsname kommt aus der Nahuatl-Sprache und bedeutet Beutelratte.

Felsenratten – alles über die Felsenratte

Dieser Artikel erläutert die in Afrika lebende Art Petromus typicus; andere Arten finden sich unter Felsenratte (Begriffsklärung).

Tabelle

Die Felsenratte (Petromus typicus) ist eine Nagetierart. Sie hat keine näheren lebenden Verwandten und wird in einer eigenen Familie, Petromuridae, eingeordnet; auch mit den Ratten (Gattung Rattus) ist sie nicht näher verwandt.

Felsenratten bewohnen trockene, felsige Gebiete im südlichen Afrika; sie leben im südlichen Angola, Namibia und dem nordwestlichen Südafrika.

Felsenratten haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Hörnchen, haben allerdings keinen buschigen Schwanz. Ihr Schädel ist abgeflacht, die Ohren sind klein und rund. Sie haben kurze Gliedmaßen mit vier Zehen an den Vorderpfoten und fünf an den Hinterpfoten. Ihre Wirbelsäule ist sehr biegsam, was ihnen in Verbindung mit dem flachen Schädel ermöglicht, in enge Felsspalten hineinzukriechen. Ihr Fell weist eine an ihr felsiges Habitat angepasste Tarnfärbung auf, die Oberseite ist graubraun gefärbt, die Unterseite gelblich-braun. Das Fell wächst in Büscheln von drei bis fünf Haaren, was zu einem borstigen Aussehen führt, tatsächlich ist ihr Fell aber weich und seidig. Felsenratten erreichen eine Kopfrumpflänge von 14 bis 20 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 13 bis 18 Zentimetern und ein Gewicht von 100 bis 300 Gramm.

Lebensweise

Lebensraum der Felsenratten sind trockene Gebiete im Hügelland oder Gebirge, die oft mit Felsspalten durchzogen sind. Diese dienen ihnen als Unterschlupf, vorwiegend am Morgen und am späten Nachmittag kommen sie heraus, um nach Futter zu suchen oder in der Sonne zu aalen. Dabei achten sie aber darauf, möglichst oft unter überhängenden Felsen verborlichen Fressfeinden, nicht gesehen zu werden. Ihr Körperbau ist eher an eine laufende als an eine springende Fortbewegung angepasst, manchmal hüpfen sie aber zwischen den Felsen, wobei sie ihren Körper ähnlich den Gleithörnchen durchstrecken.

Felsenratten leben allein oder in Paaren. In einer Studie fand man 15 Exemplare in einem sechs Hektar großen Gebiet. Oft bewohnen sie den gleichen Lebensraum wie Klippschliefer, durch ihre geringere Größe kommt es dabei zu keiner Konkurrenz um schützende Felsspalten.

Nahrung

Felsenratten sind Pflanzenfresser, zu ihrer Nahrung zählen Gräser, Samen und Beeren.

Fortpflanzung

Die Paarung erfolgt im Frühsommer (November bis Dezember), nach einer rund dreimonatigen Tragzeit kommen ein bis drei Jungtiere zur Welt. Diese sind behaart und relativ weit entwickelt. Weibchen haben drei Paar Zitzen, die auf den Körperseiten auf Höhe der Schulterblätter liegen, damit wird das Säugen in engen Felsspalten ermöglicht. Mit rund zwei Wochen nehmen die Jungen erstmals feste Nahrung zu sich, mit drei Wochen werden sie entwöhnt. Über die Lebenserwartung ist nichts bekannt.

Felsenratten und Menschen

Durch ihren abgeschiedenen, dünn besiedelten Lebensraum kommen Felsenratten selten in Kontakt mit Menschen. Sie gelten als häufig und zählen nicht zu den bedrohten Arten.

Felsenratten zählen innerhalb der Nagetiere zu den Stachelschweinverwandten (Hystricognatha), ihre nächsten Verwandten sind die Rohrratten. Fossile Vorfahren dieser Tiere sind seit dem Oligozän bekannt, alle Funde beschränken sich dabei auf Afrika.

Farbratten – alles über die Farbratte

Die Farbratte, auch genannt Großmaus (lateinisch: Rattus norvegicus domesticus oder korrekt Rattus norvegicus, forma domestica) stammt von der wilden Wanderratte ab und ist durch Züchtung den Ansprüchen und Bedürfnissen des Menschen angepasst worden.

Etwa gegen Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Domestikation (Haustierwerdung) der Wanderratte. Fahrende Zirkusleute und Schausteller hatten Albinos von Wanderratten für sich entdeckt und stellten sie aus. Dabei entdeckten sie schnell, dass diese Tiere und ihre Nachkommen immer zahmer und friedlicher als ihre wilden Vorfahren waren. Deshalb wurden die Tiere auch später für Labors und Versuchstierinstitute gezüchtet. Daher auch der zusätzliche Name Laborratte.

In der Folgezeit bildeten sich immer mehr Farbvarianten heraus und das führte auch zu dem Namen Farbratte. Bei der weiteren Züchtung wurde später besonders auf genetische Vielfalt geachtet. Inzwischen gibt es deutliche Unterschiede in Physiologie (Körperfunktionen), Anatomie (Körperbau) und Verhalten zwischen Wanderratten und Farbratten. Deshalb ist es auch gerechtfertigt, von einer tatsächlichen Domestikation zu sprechen.

Merkmale

Im Vergleich zur Wanderratte sind bei Farbratten Nebennieren und Schilddrüse etwas verkleinert. Der dadurch auch veränderte Hormonhaushalt bewirkt zugleich eine Verhaltensveränderung im Sinne einer deutlichen Verringerung einer möglichen Neophobie (beständige Angst vor etwas Neuem), der Fluchtbereitschaft und der Fluchtdistanz (Minimalabstand zu Tier, der den Fluchtreflex auslöst). Die Geschlechtstreife setzt bei ihnen früher ein, die Infertilität (hier: Altersunfruchtbarkeit) erreichen sie hingegen erst später. Das ergibt insgesamt einen vergrößerten Zeitraum der Fruchtbarkeit (Fertilität). Die durchschnittliche Zahl der Jungen ist bei der Farbratte ebenfalls größer als bei der ursprünglichen Wildform.

Laborratten haben im Durchschnitt einen kleineren Körper und damit auch ein geringeres Körpergewicht als ihre wilden Vorfahren. Die meisten inneren Organe und Gehirnteile wie Corpus striatum und Cerebellum sind verkleinert, was auch den verringerten Bewegungsdrang von Labor- bzw. Farbratten erklärt. Hingegen sind zum Beispiel das Riechzentrum, die Hypophyse und der Thymus nahezu unverändert.

Für Forschungszwecke wurden am Wistar Institute for Anatomy and Biology, University of Pennsylvania, Philadelphia (USA) aus Albino-Laborratten die sogenannten Wistar-Ratten gezüchtet und sind heute in vielen Forschungslabors auf der ganzen Welt vertreten.

Haltung

Die Farbratte, die in den 1980er Jahren noch als Punkerschmuck verschrien war, hält in den letzten Jahren immer öfter in die normalen Haushalte Einzug. Aufgrund ihrer Intelligenz, ihrer besonderen Geselligkeit, Friedfertigkeit, Anhänglichkeit, ihres niedlichen Aussehens und noch vielen weiteren Eigenschaften hat sie sich mittlerweile vollkommen als Haustier etabliert und ist deshalb bei Kindern oft sehr beliebt. Da freilebende Ratten noch immer zu recht als Krankheitsüberträger gelten, ist es recht schwierig das Ansehen auch der im Käfig gehaltenen Nagetiere zu verbessern. Unter Berücksichtigung aller Informationen, artgerechter Haltung und intensiver Beschäftigung mit diesen Haustieren, lässt sich jedoch ein anfänglicher Widerstand wahrscheinlich überwinden.

Beim freien Spiel mit diesen kleinen Kameraden sollte man jedoch darauf achten, dass sie einem nicht für längere Zeit in der Wohnung entwischen, da sie als Nagetiere eventuell erhebliche Schäden anrichten und beim Anknabbern von Stromkabeln möglicherweise auch selbst zu Tode kommen können.

Käfigausstattung

Die Lebenserwartung beträgt bei guter Haltung etwa 2,5 Jahre. Ein möglichst großer Käfig mit Rückzugs-, Spiel- und Klettermöglichkeiten sollte vorhanden sein, wenn man sich nicht den Vorwurf der Tierquälerei machen lassen möchte. Laufräder, die meist zum Zubehör eines Käfigs gehören, sollten unbedingt entfernt werden, weil sich Ratten eher hüpfend als laufend fortbewegen, und durch Einklemmen Verletzungen an Beinen und Schwanz die Folge sein können. Viele Ratten reagieren auf derartige Verletzungen mit Selbstamputation der betroffenen Gliedmaßen, was zu starkem Blutverlust führt, und rasch den Tod der Ratte zur Folge haben kann.
Ernährung

Farbratten ernähren sich bevorzugt von Sämereien, frischem Obst und Gemüse. Gräser werden in der Regel als Nahrung akzeptiert, können aber nicht als Lieblingsspeise angesehen werden. Nudeln und Reis werden für gewöhnlich gerne angenommen.

Bei der Fütterung sollten Zitrusfrüchte und blähende Nahrung wie Bohnen oder Kohl, sowie Avocados unbedingt vermieden werden. Bei Nahrung, die viel Vitamin C enthält, wie zum Beispiel Kürbis, kann es zu Durchfall kommen.

Nicht in die Nahrung von Ratten gehören gezuckerte Speisen (Kariesgefahr) und Kakaohaltiges wie Schokolade (Obstipationssgefahr).

Sozialverhalten

Da Ratten sehr soziale Tiere sind, sollte man sie niemals einzeln halten. Für Ratten ist die gegenseitige Fellpflege, das Spiel und die Kommunikation mit Artgenossen äußerst wichtig. Man weiß, dass Ratten sich oft und ausgiebig gegenseitig putzen, und sich unter anderem über für den Menschen nicht hörbare Töne verständigen.

Einzelhaltung ist nur vertretbar, wenn durch einen Todesfall ein einzelnes Tier übrig bleibt, und die Integration neuer Ratten fehlschlägt. In diesem Fall ist der Rattenhalter aufgerufen möglichst viel Zeit mit dem Tier zu verbringen, zur Fellpflege beizutragen, und durch liebevolle Zuwendung einem Rückzug der Ratte entgegenzuwirken. Andernfalls muss man mit Depression, Aggression und Autoaggression beim Tier rechnen.

Da diese Tiere wie schon erwähnt besonders anhänglich sind, ist es für sie auch eine außerordentliche Qual in Ferienzeiten im Tierheim auf nimmer Wiedersehen abgegeben oder gar frei ausgesetzt zu werden.

Intensive und chemische Gerüche, Zigarettenrauch, laute Musik, Störungen während der Ruhephasen und Kontakte zu fremden Ratten sollten zum Wohle einer Ratte vermieden werden.

Beim Mitführen einer Ratte außerhalb der Wohnung sollte man auch beachten, dass laute Geräusche wie Fehlzündungen, Knallkörper, Hupen, Schreie, etc. den Fluchtreflex der Ratten auslösen können. Man sollte auch vermeiden, Farbratten dem Tageslicht auszusetzen. Aus Unwissenheit und Gedankenlosigkeit werden diese Dämmerungstiere oft am hellen Tage und bei prallem Sonnenlicht mitgetragen. Eine Schädigung der Rattenaugen kann bereits bei einer Lichtstärke von 20.000 Lux auftreten (bei Albinos ab 10.000 Lux), ein heller Sonnentag kann jedoch bis zu

100.000 Lux errreichen. Da Ratten sich sehr stark auf Geruch, Gehör, und Tastsinn verlassen, und sich in absoluter Dunkelheit sehr sicher bewegen, wird eine durch Sonnenlicht verursachte Augenschädigung bis hin zur völligen Blindheit vom Rattenhalter oft nicht erkannt. Ein Hinweis auf eine derartige Schädigung kann verstärktes Schwenken des Kopfes sein.

Kosten

Nicht zuletzt sollte man aber auch an den finanziellen Gesichtspunkt denken. Die Anschaffungskosten für die Tiere selbst sind im allgemeinen nicht sehr hoch, zu berücksichtigen sind jedoch auch noch die Folgekosten für den Käfig, das Zubehör, das Futter und eventuell für den Tierarzt. Bei Farbratten treten leider oft Tumore wie Papillome auf, deren Behandlung sehr kostenintensiv sein kann.