Die pazifische Ratte

Die pazifische Ratte (Rattus exulans) ist die kleinste Art der kulturfolgenden Ratten.

Im Vergleich zu den anderen Ratten besitzt sie einen kürzeren Körper, eine spitzere Schnauze, größere Ohren und immer ein braunes Fell. Ausgewachsene Tiere sind 11,5 bis 15,0 cm von Schnauzenspitze bis zum Schwanzansatz lang und wiegen 40 bis 80 g. Der Schwanz besitzt feine zahlreiche Ringe und ist etwa genauso lang wie der Körper.

Lebensweise

Die pazifische Ratte kommt in zahlreichen Habitaten zurecht, u.a. Steppe, Felsland und Wald. Sie kann mühelos auf Bäume klettern, in denen sie auch immer etwas zu fressen findet, aber sie ist kein guter Schwimmer. Die pazifische Ratte ist, wie die Wanderratte und die Hausratte auch, dämmerungsaktiv.

Ernährung

Sie ernährt sich hauptsächlich von Reis, Mais, Zuckerrohr, Kokusnuß, Kakao, Ananas und Getreide.

Fortpflanzung

Es werden 4 bis 9 Tiere pro Wurf auf die Welt gebracht, normal sind 4 Würfe im Jahr.

Geschichte

Die pazifische Ratte wurde vermutlich im Zuge der Ausbreitung der Lapita-Kultur in Ozeanien verbreitet. Studien mitochondrischer DNA (mtDNA) der pazifischen Ratte zeigen, dass die Ausbreitung vermutlich von Indonesien (Halmahera) durch den Menschen ausging und von hier Mikronesien, Fidschi, Vanuatu und Neuseeland erreichte. Da sich die pazifische Ratte nicht mit der europäischen Ratte kreuzt, sind solche Studien bei diesem Tier leichter und aussagekräftiger durchzuführen als bei Hunden oder Menschen. Wahrscheinlich wurde die pazifische Ratte von den frühen Siedlern als Fleischlieferant genutzt. Allerdings gibt es aus Neuseeland Rattenknochen, die um die Zeitenwende datieren, während die ersten sicheren Nachweise menschlicher Besiedlung erst von etwa 1000 n. Chr. stammen.

Heute ist die Pazifische Ratte in ganz Südostasien und Polynesien verbreitet. Sie wird dort oft als Haustier oder zu mindest als Nahrungslieferant gehalten und wird als sehr wohlschmeckend geschildert.

Schadwirkung

Auch die Verbreitung der pazifischen Ratte führte zu schweren Schäden in den fragilen Ökosystemen der pazifischen Inseln. Davon waren die einheimischen Fauna und bodenbrütenden Vogelarten besonders betroffen. Zusammen mit der Überjagung durch den Menschen führte das zu deren Aussterben. Mit dem Beginn der Lapita-Kultur wird die biologische Diversität der meisten Inseln radikal reduziert.

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